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Das Schulsystem in Deutschland einfach erklärt

Das Schulsystem in Deutschland einfach erklärt: Von der Grundschule bis zum Abitur – alles Wichtige für Familien und die Einbürgerungstest-Vorbereitung.

Du bist neu in Deutschland und hast Kinder im Schulalter? Oder du bereitest dich auf den Einbürgerungstest vor? Dann brauchst du einen guten Überblick über das deutsche Schulsystem. Es ist anders als in vielen anderen Ländern. Aber wenn du es einmal verstehst, ist es logisch aufgebaut.

Bildung ist Ländersache – was bedeutet das?

In Deutschland sind die 16 Bundesländer für das Schulsystem zuständig. Das Grundgesetz (Art. 7 GG) legt grundlegende Rechte in der Bildung fest. Die genauen Regeln bestimmt aber jedes Bundesland selbst.

Das bedeutet: Das Schulsystem in Bayern sieht etwas anders aus als in Berlin. Die Grundstruktur ist aber überall ähnlich.

Einbürgerungstest-Tipp: Das Grundgesetz ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland (Frage 11 im Einbürgerungstest). Es ist das wichtigste Rechtsdokument des Landes.

Die Grundschule: Der Start für alle Kinder

In Deutschland besteht Schulpflicht. Sie beginnt mit 6 Jahren. Alle Kinder besuchen zuerst die Grundschule.

Die Grundschule dauert in den meisten Bundesländern 4 Jahre (Klasse 1 bis 4). In Berlin und Brandenburg dauert sie 6 Jahre.

In der Grundschule lernen Kinder:

  • Lesen, Schreiben und Rechnen
  • Heimat- und Sachkunde
  • Sport, Musik und Kunst
  • Oft schon eine erste Fremdsprache (meistens Englisch)

Am Ende der Grundschule gibt es eine Schulempfehlung. Diese Empfehlung zeigt, welche weiterführende Schule geeignet ist. Je nach Bundesland ist sie bindend oder nur ein Hinweis.

Die weiterführenden Schulen: Welche gibt es?

Nach der Grundschule gibt es verschiedene Wege. Die vier wichtigsten Schulformen sind:

Hauptschule

Die Hauptschule dauert bis Klasse 9 oder 10. Sie vermittelt grundlegende allgemeine Bildung. Nach dem Hauptschulabschluss können Schülerinnen und Schüler eine Berufsausbildung beginnen.

Realschule

Die Realschule läuft bis Klasse 10. Sie endet mit der Mittleren Reife. Mit diesem Abschluss gibt es viele Ausbildungsmöglichkeiten. Danach ist auch ein Wechsel auf ein Gymnasium möglich.

Gymnasium

Das Gymnasium ist die anspruchsvollste Schulform. Es dauert bis Klasse 12 oder 13 – je nach Bundesland. Am Ende steht das Abitur. Mit dem Abitur kannst du an einer Universität oder Fachhochschule studieren.

Gesamtschule

Die Gesamtschule verbindet verschiedene Schulformen unter einem Dach. Kinder mit unterschiedlichen Leistungen lernen gemeinsam. Am Ende können sie verschiedene Abschlüsse machen. In einigen Bundesländern gibt es auch die Gemeinschaftsschule.

Schulwechsel: Flexibler als du denkst

Viele Menschen glauben, die Entscheidung nach der Grundschule ist endgültig. Das stimmt so nicht. Das deutsche Schulsystem ermöglicht Wechsel zwischen den Schulformen.

Ein Beispiel: Ein Kind besucht die Realschule. Seine Noten sind sehr gut. Es kann dann auf das Gymnasium wechseln. Andersherum funktioniert das auch: Wenn das Gymnasium zu schwer ist, ist ein Wechsel auf die Realschule möglich.

Ausbildung und Berufsschule: Ein wichtiger Weg

Nicht alle jungen Menschen machen das Abitur. Viele wählen eine Berufsausbildung. Das sogenannte duale System ist typisch für Deutschland.

Bei einer Ausbildung arbeitest du in einem Betrieb. Gleichzeitig besuchst du die Berufsschule. Eine Ausbildung dauert 2 bis 3,5 Jahre. Am Ende hast du einen anerkannten Berufsabschluss. Es gibt Ausbildungen in über 320 Berufen – von Kaufleuten über Mechatroniker bis zu Köchen.

Schulen in Ost und West: Geschichte und Heute

Deutschland war von 1949 bis 1990 in zwei Staaten geteilt: die Bundesrepublik Deutschland im Westen und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Osten. Das Schulsystem war in beiden Teilen sehr unterschiedlich.

In der DDR gab es eine einheitliche Einheitsschule für alle. Das Gymnasium in seiner heutigen Form existierte dort nicht.

Nach der Wiedervereinigung 1990 sind die fünf östlichen Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland beigetreten. Das waren: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Diese Länder haben ihr Bildungssystem schrittweise angepasst. Heute gelten dort dieselben Grundprinzipien wie im Rest Deutschlands.

Mit dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland gehören diese Bundesländer seitdem auch zur Europäischen Union.

Einbürgerungstest-Tipp: Die Fragen 201, 204 und 205 im Einbürgerungstest fragen genau nach diesen Themen: Welche Bundesländer gehörten zur DDR? Wie wurde Deutschland wiedervereinigt? Zur welchen Union gehören die neuen Bundesländer?

Dein Kind anmelden: Was du brauchst

Wenn du dein Kind anmelden möchtest, wende dich an das zuständige Schulamt. Es hilft dir, die richtige Schule zu finden. Für die Anmeldung brauchst du in der Regel:

  • Die Geburtsurkunde des Kindes
  • Den Impfausweis
  • Eine aktuelle Meldebestätigung

Der Unterricht in öffentlichen Schulen ist kostenlos. Du zahlst keine Schulgebühren. Für Lernmaterialien können aber kleine Kosten entstehen.

Das Notensystem in Deutschland

Das deutsche Notensystem geht von 1 bis 6:

Note Bedeutung
1 Sehr gut
2 Gut
3 Befriedigend
4 Ausreichend
5 Mangelhaft
6 Ungenügend

Ab Note 4 (ausreichend) gilt ein Fach als bestanden.

Was hat das alles mit dem Einbürgerungstest zu tun?

Der Einbürgerungstest prüft dein Wissen über Deutschland – über Geschichte, Politik und den Alltag. Dazu gehört auch Wissen über staatliche Strukturen wie das Schulsystem.

Aber auch praktisches Alltagswissen ist gefragt. Ein Beispiel: Du kaufst einen Fernseher im Laden. Zu Hause merkst du, er ist kaputt. Was kannst du tun? Du kannst ihn reklamieren – das ist dein gutes Recht als Verbraucher in Deutschland (Frage 290 im Einbürgerungstest).

Solches Wissen hilft dir nicht nur beim Test. Es hilft dir, in Deutschland sicher im Alltag zurechtzukommen.


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Dieser Artikel ist Information, keine Rechtsberatung.

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Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland gehören die neuen Bundesländer nun auch …

Frage 290

Sie haben in Deutschland einen Fernseher gekauft. Zu Hause packen Sie den Fernseher aus, doch er funktioniert nicht. Der Fernseher ist kaputt. Was können Sie machen?

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Dieser Artikel ist Information und keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Einzelfragen einen Anwalt fragen.