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Reform 2024: Was ändert sich bei der Einbürgerung?

Die Reform 2024 bringt kürzere Wartezeiten und Mehrstaatigkeit. Hier erfährst du kompakt, was sich bei der Einbürgerung wirklich geändert hat.

Du hast von einer neuen Regel für die Einbürgerung gehört, aber nicht genau verstanden, was sie für dich bedeutet? Am 27. Juni 2024 ist die Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) in Kraft getreten. Sie verändert mehrere wichtige Regeln. Dieser Artikel erklärt dir die wichtigsten Punkte einfach und klar.

Die wichtigste Änderung: Mehrstaatigkeit erlaubt

Vor der Reform musstest du oft deine alte Staatsangehörigkeit aufgeben. Das ist jetzt anders. Seit der Reform darfst du deine bisherige Staatsangehörigkeit behalten (§ 10 Abs. 1 StAG). Du musst nicht mehr wählen. Ein Beispiel: Wenn du aus der Türkei kommst, kannst du Deutsche oder Deutscher werden und trotzdem türkischer Staatsbürger bleiben.

Kürzere Wartezeit: Von 8 auf 5 Jahre

Früher musstest du meistens 8 Jahre in Deutschland leben, bevor du dich einbürgern lassen konntest. Die Reform senkt diese Frist auf 5 Jahre (§ 10 StAG). Du brauchst weiterhin:

  • gesicherten Lebensunterhalt ohne Bürgergeld oder Sozialhilfe
  • ausreichende Deutschkenntnisse, in der Regel Niveau B1
  • bestandenen Einbürgerungstest
  • ein sauberes Führungszeugnis

Sonderfall: Einbürgerung nach 3 Jahren

Bei besonderen Integrationsleistungen ist die Einbürgerung schon nach 3 Jahren möglich. Dafür brauchst du zum Beispiel sehr gute Deutschkenntnisse auf Niveau C1, ehrenamtliches Engagement oder besondere schulische oder berufliche Leistungen. Diese Kriterien prüft die Behörde im Einzelfall.

Kinder ausländischer Eltern profitieren auch

Die Reform ändert auch § 4 StAG. Ein Kind, das in Deutschland geboren wird, bekommt leichter die deutsche Staatsangehörigkeit. Es reicht jetzt, dass ein Elternteil seit 5 Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt. Vorher waren es 8 Jahre.

Bekenntnis zu den Grundwerten wird wichtiger

Die Reform stellt klar: Wer Deutscher oder Deutsche werden will, muss die freiheitliche demokratische Grundordnung anerkennen. Das bedeutet auch, sich klar von Antisemitismus, Rassismus und Handlungen gegen die Menschenwürde zu distanzieren. Die Menschenwürde ist in Artikel 1 des Grundgesetzes geschützt. Sie gilt als unantastbar. Dieses Grundrecht ist Teil des Einbürgerungstests.

Lebensunterhalt und Sozialversicherung bleiben Pflicht

An einer Regel ändert die Reform nichts: Du musst deinen Lebensunterhalt selbst sichern können. Das gelingt meistens durch eine Erwerbstätigkeit. In Deutschland sind die meisten Erwerbstätigen bei einer Firma oder Behörde beschäftigt. Über deinen Lohn zahlst du Sozialabgaben. Damit finanziert der deutsche Staat die Sozialversicherung.

Zur Sozialversicherung gehören mehrere Bereiche. Die Krankenversicherung schafft zum Beispiel soziale Sicherheit, weil sie Behandlungskosten bei Krankheit übernimmt. Auch die Pflegeversicherung gehört zur Sozialversicherung. Sie hilft, wenn du im Alter oder durch Krankheit Pflege brauchst.

Der Einbürgerungstest bleibt gleich

Die Reform ändert nichts am Einbürgerungstest selbst. Du musst weiterhin 33 Fragen beantworten, davon 3 zu deinem Bundesland. Für das Bestehen brauchst du mindestens 17 richtige Antworten. Der Test prüft dein Wissen über Politik, Geschichte und Gesellschaft in Deutschland.

Überblick: Vorher und Nachher

Regel Vor der Reform Nach der Reform
Mindestaufenthalt 8 Jahre 5 Jahre
Bei besonderer Integration nicht vorgesehen 3 Jahre möglich
Mehrstaatigkeit meist nicht erlaubt grundsätzlich erlaubt
Kinder ausländischer Eltern Elternteil 8 Jahre in Deutschland Elternteil 5 Jahre in Deutschland
Einbürgerungstest 33 Fragen, 17 richtig unverändert

Fazit

Die Reform 2024 macht die Einbürgerung für viele Menschen schneller und einfacher. Die Wartezeit ist kürzer. Du musst deine alte Staatsangehörigkeit nicht mehr aufgeben. Gleichzeitig bleiben die Grundanforderungen bestehen: eigenes Einkommen, Deutschkenntnisse und ein bestandener Test.

Testfragen zur Reform, die du kennen solltest

  • Frage 18: Welches Grundrecht ist in Artikel 1 des Grundgesetzes garantiert? Antwort: die Unantastbarkeit der Menschenwürde.
  • Frage 23: In Deutschland sind die meisten Erwerbstätigen … Antwort: bei einer Firma oder Behörde beschäftigt.
  • Frage 35: Womit finanziert der deutsche Staat die Sozialversicherung? Antwort: Sozialabgaben.
  • Frage 36: Welche Maßnahme schafft in Deutschland soziale Sicherheit? Antwort: die Krankenversicherung.
  • Frage 45: Zu welcher Versicherung gehört die Pflegeversicherung? Antwort: Sozialversicherung.

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Dieser Artikel ist Information, keine Rechtsberatung.

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