Gastarbeiter in Deutschland: Geschichte einfach erklärt
Wer waren die Gastarbeiter in Deutschland? Die Geschichte der Arbeitsmigration ab 1955 einfach erklärt – inklusive wichtiger Einbürgerungstest-Fragen.
Wer waren die Gastarbeiter in Deutschland?
Du hast das Wort "Gastarbeiter" schon oft gehört. Vielleicht in deiner Familie. Vielleicht im Einbürgerungstest. Aber wer waren diese Menschen genau?
Viele Menschen in Deutschland haben Eltern oder Großeltern, die als Gastarbeiter kamen. Ihre Geschichte ist ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte. Sie zeigt: Deutschland war schon lange ein Einwanderungsland.
In diesem Artikel erklären wir dir die Geschichte einfach und kurz.
Deutschland nach 1945: Der historische Hintergrund
Die Zeit des Nationalsozialismus
Von 1933 bis 1945 waren die Nationalsozialisten mit Adolf Hitler in Deutschland an der Macht. Diese Zeit endete mit dem Zweiten Weltkrieg. Deutschland war danach zerstört. Millionen Menschen waren gestorben.
Diese Zeitangabe ist auch eine Frage im Einbürgerungstest (Frage 152 und Frage 155).
Die Besatzungszonen nach dem Krieg
Nach dem Krieg teilten die Siegermächte Deutschland in vier Zonen. Diese Länder waren die Alliierten Besatzungsmächte:
- Die USA
- Großbritannien
- Frankreich
- Die Sowjetunion
Japan war keine Besatzungsmacht in Deutschland. Das ist eine häufige Verwechslung im Test (Frage 168). Japan war im Zweiten Weltkrieg ein Verbündeter von Deutschland, nicht ein Besatzer.
Der Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder
In den 1950er-Jahren baute Deutschland die Wirtschaft schnell wieder auf. Man nennt diese Zeit das "Wirtschaftswunder". Die Fabriken produzierten viel. Aber es gab ein großes Problem: Es fehlten Arbeitskräfte.
Was bedeutet das Wort "Gastarbeiter"?
Das Wort "Gastarbeiter" bedeutet wörtlich: ein Arbeiter, der zu Gast ist. Die Idee war einfach. Menschen aus anderen Ländern kommen nach Deutschland. Sie arbeiten einige Jahre. Dann kehren sie in ihre Heimat zurück.
So dachten viele Politiker damals. Die Realität wurde anders. Viele Gastarbeiter blieben für immer in Deutschland.
Die Anwerbeabkommen: Verträge mit anderen Ländern
Deutschland schloss sogenannte Anwerbeabkommen mit mehreren Ländern. Ein Anwerbeabkommen ist ein Vertrag. Er regelt, wie Arbeiter aus einem Land nach Deutschland kommen dürfen.
Diese Länder schlossen ein Anwerbeabkommen mit Deutschland:
| Land | Jahr |
|---|---|
| Italien | 1955 |
| Spanien | 1960 |
| Griechenland | 1960 |
| Türkei | 1961 |
| Marokko | 1963 |
| Portugal | 1964 |
| Tunesien | 1965 |
| Jugoslawien | 1968 |
Millionen Menschen kamen so nach Deutschland. Sie arbeiteten vor allem in der Industrie: in Fabriken, im Bergbau und im Straßenbau.
Wie war das Leben der Gastarbeiter?
Arbeit in Fabriken und Betrieben
Die Arbeit war oft hart. Viele Gastarbeiter arbeiteten am Fließband, zum Beispiel bei Autoherstellern. Die Wohnungen waren oft klein. Manche lebten zuerst in Wohnheimen, zusammen mit vielen anderen Arbeitern.
Die Sprache war für viele eine große Hürde. Sie mussten Deutsch am Arbeitsplatz lernen, oft ohne Sprachkurs.
Gewerkschaften halfen den Arbeitern
Gewerkschaften sind Interessenverbände der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Frage 101). Sie kämpfen für bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.
Auch Gastarbeiter wurden Mitglieder in Gewerkschaften. Das half ihnen, ihre Rechte durchzusetzen. So bekamen sie zum Beispiel bessere Arbeitszeiten und mehr Sicherheit am Arbeitsplatz.
Vom "Gast" zum Mitbürger
1973 kam die Ölkrise. Deutschland brauchte plötzlich weniger Arbeiter. Die Regierung stoppte die Anwerbung neuer Gastarbeiter. Das nennt man den "Anwerbestopp".
Aber viele Gastarbeiter gingen nicht zurück in ihre Heimat. Sie hatten in Deutschland schon ein Leben aufgebaut. Deshalb holten sie ihre Familien nach Deutschland. Das nennt man Familiennachzug.
So wurden aus "Gästen" oft dauerhafte Bürgerinnen und Bürger. Ihre Kinder und Enkelkinder wuchsen in Deutschland auf. Viele von ihnen leben heute noch hier. Viele haben inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft.
Anerkennung für besondere Leistungen
Menschen, die sich in Deutschland besonders engagieren, können geehrt werden. Das gilt für Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder sozialem Gebiet.
Die höchste Auszeichnung dafür ist das Bundesverdienstkreuz (Frage 102). Diese Frage gehört ebenfalls zum Einbürgerungstest.
Warum ist dieses Thema wichtig für den Einbürgerungstest?
Die Geschichte der Gastarbeiter zeigt: Einwanderung ist ein normaler Teil der deutschen Geschichte. Das ist wichtig zu verstehen, wenn du selbst Deutscher oder Deutsche werden möchtest.
Im Einbürgerungstest gibt es mehrere Fragen zu diesem Themenbereich:
- Frage 152 und 155: Wann waren die Nationalsozialisten an der Macht? Antwort: 1933 bis 1945.
- Frage 168: Welches Land war keine Alliierte Besatzungsmacht? Antwort: Japan.
- Frage 101: Gewerkschaften sind Interessenverbände der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
- Frage 102: Womit kann man für besondere Leistungen geehrt werden? Antwort: mit dem Bundesverdienstkreuz.
Zusammenfassung
- Von 1933 bis 1945 waren die Nationalsozialisten an der Macht.
- Die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion teilten Deutschland in Besatzungszonen. Japan gehörte nicht dazu.
- Ab 1955 schloss Deutschland Anwerbeabkommen mit mehreren Ländern.
- Gastarbeiter kamen unter anderem aus Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei.
- Gewerkschaften unterstützten die Arbeiter bei ihren Rechten.
- Viele Gastarbeiter blieben und wurden Teil der deutschen Gesellschaft.
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Frage 101
Gewerkschaften sind Interessenverbände der …
Frage 102
Womit kann man in der Bundesrepublik Deutschland geehrt werden, wenn man auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder sozialem Gebiet eine besondere Leistung erbracht hat? Mit dem …
Frage 152
Wann waren die Nationalsozialisten mit Adolf Hitler in Deutschland an der Macht?
Frage 155
Wann waren die Nationalsozialisten in Deutschland an der Macht?
Frage 168
Welches Land war keine "Alliierte Besatzungsmacht" in Deutschland?
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