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Familiennachzug: So kommt deine Familie nach Deutschland

Deine Familie lebt noch im Ausland? Erfahre, wie der Familiennachzug nach Deutschland funktioniert: Voraussetzungen, Dokumente und typische Wartezeiten.

Du wohnst in Deutschland, aber dein Partner oder deine Kinder leben noch im Ausland? Das ist eine schwierige Situation. Viele fragen sich: Wie kann ich meine Familie nach Deutschland holen? Der Familiennachzug ist der offizielle Weg. Dieser Artikel erklärt dir, wie es funktioniert.

Was ist Familiennachzug?

Familiennachzug bedeutet: Deine Angehörigen dürfen aus dem Ausland nach Deutschland kommen. Sie dürfen hier legal leben und arbeiten. Das Recht dazu steht im Aufenthaltsgesetz — in den §§ 27 bis 36 AufenthG. Der Staat schützt die Familie. Das steht sogar in der deutschen Verfassung: in Artikel 6 des Grundgesetzes.

Den Antrag stellt deine Familie bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat im Heimatland.

Wer darf nachziehen?

Nicht jeder darf automatisch nachziehen. Es hängt davon ab, wer in Deutschland lebt und welchen Aufenthaltsstatus diese Person hat.

Ehepartner und eingetragene Lebenspartner

Dein Ehepartner kann grundsätzlich nachziehen. Das gilt auch für eingetragene Lebenspartner. Die Ehe muss rechtlich anerkannt sein.

Wichtig: Dein Partner muss oft einfache Deutschkenntnisse nachweisen — A1-Niveau. Das steht in § 30 Abs. 1 AufenthG. Es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel wenn dein Partner einen Hochschulabschluss hat. Oder wenn er aus einem EU-Land kommt.

Kinder unter 18 Jahren

Kinder können ebenfalls nachziehen. Bei Kindern unter 16 Jahren ist das relativ unkompliziert, wenn beide Elternteile in Deutschland leben (§ 32 AufenthG). Bei Kindern zwischen 16 und 18 Jahren wird es schwieriger. Sie müssen oft eigene Deutschkenntnisse nachweisen.

Eltern und andere Verwandte

Eltern haben kein grundsätzliches Recht auf Nachzug. Sie können nur in Sonderfällen kommen — zum Beispiel wenn sie pflegebedürftig sind. Das entscheidet die Ausländerbehörde im Einzelfall.

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?

Damit deine Familie nach Deutschland kommen darf, musst du mehrere Bedingungen erfüllen.

Dein Aufenthaltsstatus

Du brauchst eine gültige Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis. Ein Touristenvisum reicht nicht. Bist du anerkannter Flüchtling? Dann gelten besondere Regeln nach § 29 AufenthG.

Ausreichender Wohnraum

Deine Wohnung muss groß genug für alle Familienmitglieder sein. Was genau ausreichend bedeutet, hängt vom Bundesland und der Familiengröße ab. Die Ausländerbehörde prüft das.

Gesicherter Lebensunterhalt

Du musst genug Geld verdienen, um deine Familie zu versorgen. Du darfst keine staatlichen Sozialleistungen beziehen — also kein Bürgergeld. Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel beim Kindernachzug.

Deutschkenntnisse deines Partners

Wie erwähnt: Dein Ehepartner braucht meistens ein A1-Zertifikat in Deutsch. Das kann ein Goethe-Institut-Zertifikat sein. A1 bedeutet: einfache Sätze verstehen und sprechen können.

Wie läuft das Verfahren ab?

Schritt 1 — Termin buchen Dein Familienmitglied bucht einen Termin bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat. Die Wartezeiten sind oft sehr lang — bis zu mehreren Monaten. Frühzeitig anfangen ist wichtig.

Schritt 2 — Dokumente sammeln Typische Unterlagen:

  • Gültiger Reisepass
  • Heiratsurkunde (beglaubigt und übersetzt)
  • Geburtsurkunden der Kinder
  • Nachweis deiner Aufenthaltserlaubnis
  • Mietvertrag und Einkommensnachweise
  • Sprachzertifikat A1 (für Ehepartner)

Schritt 3 — Antrag und Bearbeitung Die Botschaft prüft alle Unterlagen. Das dauert Wochen bis Monate. Manchmal kommen Nachfragen. Bleib erreichbar.

Schritt 4 — Visum und Einreise Bei Genehmigung erhält dein Familienmitglied ein nationales Visum (D-Visum). Damit reist er oder sie nach Deutschland ein.

Schritt 5 — Anmeldung und Aufenthaltserlaubnis Nach der Einreise: Anmeldung beim Einwohnermeldeamt. Danach Beantragung der Aufenthaltserlaubnis bei der Ausländerbehörde.

Wie lange dauert alles?

Das lässt sich nicht genau sagen. Es hängt vom Land, der Botschaft und dem Einzelfall ab. Rechne mit mindestens 3 bis 6 Monaten. Oft dauert es 9 bis 12 Monate oder länger. Fang so früh wie möglich an.

Besonderheit: Nachzug zu deutschen Staatsbürgern

Wenn du die deutsche Staatsangehörigkeit hast, gelten andere Regeln (§ 28 AufenthG). Dein Ehepartner braucht dann oft keinen Sprachnachweis. Und du hast einen Rechtsanspruch auf den Nachzug — die Behörde muss genehmigen. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Einbürgerungstest: Was du wissen solltest

Wenn deine Familie dauerhaft in Deutschland bleibt, denkt ihr vielleicht über die Einbürgerung nach. Für die Einbürgerung musst du einen Test bestehen. Er hat 33 Fragen aus einem Pool von 460. Die Themen sind breit — von der deutschen Verfassung bis zum Alltag.

Zwei Beispiele aus dem Test:

Frage 11: Wie wird die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland genannt? Antwort: Das Grundgesetz. Es schützt unter anderem die Familie — zum Beispiel in Artikel 6 GG.

Frage 290: Du hast in Deutschland einen Fernseher gekauft. Er funktioniert nicht. Was kannst du tun? Antwort: Du kannst den Fernseher reklamieren. Das ist dein Recht als Verbraucher in Deutschland.

Diese Fragen zeigen: Der Test deckt viele Themen ab — Demokratie, Rechte und den Alltag in Deutschland.


Bist du bereit für den Test? Übe alle 460 Fragen mit Erklärungen in deiner Sprache auf einbuergerungscheck.de/trainer.


Dieser Artikel ist Information, keine Rechtsberatung. Für deinen persönlichen Fall wende dich an eine anerkannte Migrationsberatungsstelle oder einen Anwalt für Ausländerrecht.

Passende Test-Fragen

Frage 11

Wie wird die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland genannt?

Frage 290

Sie haben in Deutschland einen Fernseher gekauft. Zu Hause packen Sie den Fernseher aus, doch er funktioniert nicht. Der Fernseher ist kaputt. Was können Sie machen?

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Dieser Artikel ist Information und keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Einzelfragen einen Anwalt fragen.