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Einbürgerungsantrag: Wie lange dauert es aktuell?

Wie lange dauert der Einbürgerungsantrag aktuell? Erfahre typische Wartezeiten, was sie beeinflusst und wie du deinen Antrag richtig vorbereitest.

Wie lange dauert der Einbürgerungsantrag aktuell?

Du hast alle Voraussetzungen erfüllt. Du möchtest endlich die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Aber wie lange musst du warten? Das ist eine der häufigsten Fragen beim Thema Einbürgerung. Die ehrliche Antwort: Es kommt auf deinen Wohnort an. Dieser Artikel erklärt dir, womit du rechnen kannst.

Wie lange dauert der Einbürgerungsantrag im Durchschnitt?

Die Bearbeitungszeit ist nicht bundesweit einheitlich. Jede Stadt und jeder Landkreis hat eine eigene Behörde. Die Wartezeiten unterscheiden sich deshalb stark.

Aktuelle Richtwerte (Stand 2025):

Stadt Ungefähre Wartezeit
Berlin 18–24 Monate
München 12–18 Monate
Hamburg 12–18 Monate
Frankfurt am Main 12–18 Monate
Kleinere Städte 6–12 Monate

Hinweis: Diese Angaben sind Richtwerte. Frage direkt bei deiner zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde nach.

Warum dauert der Einbürgerungsantrag so lange?

Zu viele Anträge, zu wenig Personal

Viele Ausländerbehörden haben wenig Personal. Gleichzeitig stellen immer mehr Menschen Anträge. Seit der Gesetzesreform von 2024 können mehr Menschen die Einbürgerung beantragen. Die Zahl der Anträge ist deutlich gestiegen. Die Behörden sind stark ausgelastet.

Unvollständige Unterlagen

Das ist der häufigste Grund für Verzögerungen. Wenn ein Dokument fehlt, ruht dein Antrag. Die Behörde schreibt dir, was fehlt. Dann beginnt eine neue Wartezeit. Das kann viele Wochen oder sogar Monate kosten.

Komplexe Einzelfälle

Manche Anträge brauchen mehr Prüfung. Zum Beispiel wenn du früher in vielen Ländern gelebt hast. Oder wenn du mehrere Staatsangehörigkeiten hattest. Oder wenn es Einträge in Strafregistern gibt. In solchen Fällen dauert die Prüfung deutlich länger.

Der typische Ablauf Schritt für Schritt

  1. Termin vereinbaren: Viele Behörden vergeben zuerst einen Beratungstermin. Das kann schon 4 bis 8 Wochen dauern.
  2. Unterlagen einreichen: Du gibst alle Dokumente ab. Der Antrag wird offiziell aufgenommen.
  3. Prüfung des Antrags: Die Behörde prüft alles. Das ist die längste Phase.
  4. Rückfragen und Nachweise: Vielleicht brauchst du noch weitere Dokumente. Das verlängert die Gesamtzeit.
  5. Entscheidung: Du bekommst einen Bescheid — positiv oder negativ.
  6. Einbürgerungsfeier: Bei einem positiven Bescheid erhältst du die Einbürgerungsurkunde feierlich überreicht.

Was du selbst vorbereiten kannst

Alle Dokumente früh zusammenstellen

Beginne früh mit der Vorbereitung. Diese Unterlagen brauchst du meistens:

  • Aktueller Reisepass
  • Meldebescheinigung (nicht älter als 3 Monate)
  • Nachweis über deinen Aufenthaltstitel
  • Einkommensnachweise (Gehaltsabrechnungen, aktueller Steuerbescheid)
  • Sprachnachweis (mindestens B1-Niveau)
  • Einbürgerungstestbescheinigung
  • Nachweis, dass du deinen Lebensunterhalt selbst sicherst
  • Erklärung zur Verfassungstreue

Die genaue Checkliste erfährst du bei deiner lokalen Staatsangehörigkeitsbehörde.

Den Einbürgerungstest früh ablegen

Du kannst den Einbürgerungstest unabhängig vom Antrag machen. Es lohnt sich, das frühzeitig zu erledigen. Die Testbescheinigung ist drei Jahre gültig (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 StAG).

Der Test findet beim BAMF statt. Er hat 33 Fragen. Du musst mindestens 17 davon richtig beantworten. Die Fragen kommen aus einem festen Katalog mit 460 möglichen Fragen.

Der Test prüft dein Wissen über Deutschland — Geschichte, Politik und Gesellschaft. Zur deutschen Geschichte gehören zum Beispiel diese Fragen:

  • Frage 152: Wann waren die Nationalsozialisten mit Adolf Hitler in Deutschland an der Macht? — Antwort: 1933 bis 1945
  • Frage 160: Welcher Krieg dauerte von 1939 bis 1945? — Antwort: der Zweite Weltkrieg
  • Frage 186: Im Jahr 1953 gab es in der DDR einen Aufstand, an den lange Zeit ein Feiertag erinnerte. Wann war das? — Antwort: 17. Juni

Auch Fragen zum deutschen Recht kommen vor. Deutschland hat klare gesetzliche Regeln zu Ehe und Familie:

  • Frage 252: In Deutschland darf man zur gleichen Zeit nur mit einer Partnerin oder einem Partner verheiratet sein.
  • Frage 272: Es ist in Deutschland nicht erlaubt, dass ein Mann gleichzeitig mit zwei Frauen verheiratet ist.

Diese Fragen sind nicht schwer, wenn du dich gezielt vorbereitest.

Was sich 2024 geändert hat

Das neue Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) gilt seit dem 27. Juni 2024. Es bringt wichtige Änderungen mit sich:

  • Kürzere Aufenthaltsdauer: Du kannst schon nach 5 Jahren einen Antrag stellen. Vorher waren es 8 Jahre (§ 10 Abs. 1 StAG).
  • Noch schneller bei besonderen Leistungen: Wer besondere Integrationsleistungen nachweist, kann schon nach 3 Jahren beantragen (§ 10 Abs. 3 StAG).
  • Mehrstaatigkeit grundsätzlich erlaubt: Du musst deine bisherige Staatsbürgerschaft in den meisten Fällen nicht mehr aufgeben (§ 12 StAG).

Das sind gute Neuigkeiten. Aber die Reform hat auch eine Folge: Viel mehr Menschen stellen jetzt Anträge. Die Wartezeiten könnten in den nächsten Jahren weiter steigen.

Tipps für eine schnellere Bearbeitung

  • Reiche von Anfang an alle Dokumente vollständig ein — das ist das Wichtigste.
  • Reagiere schnell auf Rückfragen der Behörde.
  • Lege den Einbürgerungstest vor der Antragstellung ab.
  • Nutze die offizielle Checkliste deiner Behörde.
  • Frage nach einigen Monaten freundlich nach dem aktuellen Stand.

Fazit

Der Einbürgerungsantrag dauert aktuell meistens zwischen 12 und 24 Monaten. Du kannst die Wartezeit verkürzen, wenn du alle Unterlagen vollständig und korrekt einreichst. Bereite dich auch frühzeitig auf den Einbürgerungstest vor — das spart Zeit und gibt dir Sicherheit.


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Dieser Artikel ist Information, keine Rechtsberatung.

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Dieser Artikel ist Information und keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Einzelfragen einen Anwalt fragen.