Weimarer Republik: Deutschlands erste Demokratie erklärt
Was war die Weimarer Republik? Erfahre, wie Deutschlands erste Demokratie entstand, scheiterte und was das für den Einbürgerungstest bedeutet.
Weimarer Republik: Deutschlands erste Demokratie erklärt
Du lernst für den Einbürgerungstest. Oder du fragst dich, warum Deutschland heute so funktioniert, wie es funktioniert. Dann musst du die Weimarer Republik kennen.
Sie war Deutschlands erster Versuch mit Demokratie. Und sie scheiterte. Aus diesem Scheitern lernte Deutschland viel — bis heute.
Was war die Weimarer Republik?
Die Weimarer Republik war die erste demokratische Republik in Deutschland. Sie existierte von 1919 bis 1933.
Der Name kommt von der Stadt Weimar in Thüringen. Dort trafen sich die gewählten Politiker, um eine neue Verfassung zu schreiben. Diese Verfassung trat am 11. August 1919 in Kraft.
Vorher hatte Deutschland einen Kaiser. Kaiser Wilhelm II. regierte das Land. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg (1914–1918) floh er ins Ausland. Das Kaiserreich endete. Die Demokratie begann.
Wie entstand die Weimarer Republik?
Deutschland verlor den Ersten Weltkrieg im November 1918. Die Soldaten kehrten erschöpft zurück. Das Volk war hungrig und wütend.
Am 9. November 1918 rief der Politiker Philipp Scheidemann in Berlin die Republik aus. Zwei Tage später unterzeichnete Deutschland den Waffenstillstand.
1919 wählten die Deutschen eine neue Nationalversammlung. Diese Versammlung traf sich in Weimar — nicht in Berlin. Die Hauptstadt war damals zu unruhig und gefährlich. Die Versammlung schrieb die Weimarer Verfassung und gab der neuen Republik ihren Namen.
Warum war die Weimarer Republik so instabil?
Die Weimarer Republik hatte von Anfang an schwere Probleme. Die wichtigsten waren ein schwaches Wahlsystem und mehrere Wirtschaftskrisen.
Das Problem mit den vielen kleinen Parteien
Das Wahlsystem der Weimarer Republik war eine reine Verhältniswahl. Jede Partei, die Stimmen bekam, kam ins Parlament — auch mit nur einem Prozent. Deshalb gab es sehr viele kleine Parteien im Reichstag.
Keine Partei hatte alleine eine Mehrheit. Regierungen bestanden aus vielen Koalitionspartnern. Diese Koalitionen zerbrachen immer wieder schnell. In 14 Jahren gab es über 20 verschiedene Regierungen.
Genau das ist der Grund für die 5%-Hürde im heutigen deutschen Wahlrecht (§ 6 Abs. 3 BWahlG). Parteien, die weniger als fünf Prozent der Stimmen bekommen, ziehen nicht in den Bundestag ein. Das verhindert zu viele Splitterparteien. Es macht Regierungen stabiler.
Die Wirtschaftskrisen
1923 erlebte Deutschland eine extreme Inflation. Ein Brot kostete plötzlich Millionen Mark. Menschen trugen Geldscheine in Körben. Ersparnisse verloren über Nacht ihren Wert.
Ab 1929 kam die Weltwirtschaftskrise. Millionen Deutsche verloren ihre Arbeit. Die Armut war groß. Viele Menschen suchten radikale politische Antworten auf ihre Not.
Warum endete die Weimarer Republik?
Die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler nutzten die Krisen aus. Sie versprachen einfache Lösungen für komplizierte Probleme. Sie schürten Hass auf Minderheiten und auf politische Gegner.
Bei der Wahl im Juli 1932 wurde die NSDAP stärkste Partei im Reichstag. Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg Hitler zum Reichskanzler.
Hitler baute die Demokratie schnell ab. Das Ermächtigungsgesetz von März 1933 gab ihm fast unbegrenzte Macht. Parteien wurden verboten. Freie Presse gab es nicht mehr. Die Weimarer Republik endete. Die nationalsozialistische Diktatur begann.
Was lernte Deutschland aus der Weimarer Republik?
Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) lag Deutschland in Trümmern. Das Land wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt.
Am 23. Mai 1949 gründeten westdeutsche Politiker und die westlichen Alliierten die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Der erste Bundeskanzler war Konrad Adenauer. Er regierte bis 1963 und baute die neue Demokratie auf.
Im Osten entstand die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die DDR war kein freier Staat. Viele Menschen flohen in den Westen. Um das zu stoppen, baute die DDR 1961 die Berliner Mauer.
Das Grundgesetz von 1949 enthält viele direkte Lehren aus der Weimarer Zeit:
- Die Menschenwürde ist unantastbar (Art. 1 GG) — kein Gesetz kann das ändern.
- Ein Bundeskanzler kann nicht einfach abgesetzt werden. Es braucht ein konstruktives Misstrauensvotum: Das Parlament muss gleichzeitig einen neuen Kanzler wählen (Art. 67 GG).
- Die 5%-Hürde sorgt für stabile Mehrheiten im Bundestag.
- Das Bundesverfassungsgericht schützt die Verfassung gegen Angriffe.
Deutschland ehrt auch Menschen, die sich besonders für die Gesellschaft einsetzen. Wer auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder sozialem Gebiet eine besondere Leistung erbringt, kann das Bundesverdienstkreuz erhalten. Es ist eine der höchsten staatlichen Auszeichnungen in Deutschland.
Warum ist die Weimarer Republik für den Einbürgerungstest wichtig?
Der Einbürgerungstest fragt nach der Geschichte Deutschlands und nach den Grundlagen der Demokratie. Die Weimarer Republik ist wichtiger Hintergrund für mehrere Fragen.
Diese Testfragen hängen direkt damit zusammen:
- Frage 127: Warum gibt es die 5%-Hürde im Wahlgesetz der Bundesrepublik? — Weil viele kleine Parteien die Regierungsbildung erschweren. Das zeigte die Weimarer Republik.
- Frage 169: Wann wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet? — 1949.
- Frage 165: Wie hieß der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland? — Konrad Adenauer.
- Frage 151: Wer baute die Mauer in Berlin? — Die DDR.
- Frage 102: Womit kann man in der Bundesrepublik für besondere Leistungen geehrt werden? — Mit dem Bundesverdienstkreuz.
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Dieser Artikel ist Information, keine Rechtsberatung.
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