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Doppelte Staatsbürgerschaft 2024: Was hat sich geändert?

Seit Juni 2024 gelten neue Regeln für den Doppelpass in Deutschland. Erfahre, was sich bei der doppelten Staatsbürgerschaft geändert hat und wer profitiert.

Musst du deinen alten Pass abgeben, wenn du Deutscher wirst?

Viele Menschen stellen sich diese Frage. Die Antwort war lange: ja, meistens. Seit dem 27. Juni 2024 gilt ein neues Gesetz. Es heißt "Gesetz zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts". Es ändert die Regeln zur doppelten Staatsangehörigkeit stark.

In diesem Artikel erfährst du, was sich konkret geändert hat. Du erfährst auch, welche Regeln gleich geblieben sind.

Was bedeutet "Doppelpass"?

Der Begriff "Doppelpass" bedeutet: Du hast zwei Staatsangehörigkeiten gleichzeitig. Zum Beispiel bist du Deutscher und gleichzeitig Türke, Marokkaner oder Brasilianer. Fachleute nennen das Mehrstaatigkeit.

Bis 2024 war das die Ausnahme. Jetzt ist es die Regel.

Wer profitiert besonders von der Reform?

Die Reform hilft vielen unterschiedlichen Gruppen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Menschen, deren Herkunftsland die Aufgabe der Staatsangehörigkeit schwer oder unmöglich macht.
  • Fachkräfte, die schneller Teil der deutschen Gesellschaft werden wollen.
  • Kinder, die in Deutschland geboren werden.
  • Die sogenannte Gastarbeiter-Generation. Diese Menschen leben schon sehr lange in Deutschland. Für sie gibt es beim Sprachnachweis vereinfachte Regeln.

Die drei wichtigsten Änderungen seit 2024

1. Mehrstaatigkeit ist jetzt erlaubt

Früher musstest du deine alte Staatsangehörigkeit meistens aufgeben. Es gab nur wenige Ausnahmen. EU-Bürger und Schweizer durften zum Beispiel schon vorher beide Pässe behalten.

Seit der Reform gilt: Du musst deinen ersten Pass nicht mehr abgeben (§ 10 StAG). Das gilt jetzt für Menschen aus allen Ländern.

2. Die Wartezeit ist kürzer

Vorher musstest du meist 8 Jahre in Deutschland leben. Erst dann konntest du dich einbürgern lassen. Jetzt reichen in der Regel 5 Jahre (§ 10 Abs. 1 StAG).

Bei besonders guter Integration geht es noch schneller. Nach nur 3 Jahren ist die Einbürgerung möglich. Das gilt zum Beispiel bei sehr guten Deutschkenntnissen auf Niveau C1. Auch ehrenamtliches Engagement zählt dazu (§ 10 Abs. 3 StAG).

3. Kinder von Ausländern bekommen leichter die Staatsangehörigkeit

Kinder, die in Deutschland geboren werden, profitieren auch von der Reform. Ein Elternteil muss jetzt nur noch 5 Jahre rechtmäßig in Deutschland leben. Vorher waren es 8 Jahre (§ 4 Abs. 3 StAG).

Was bleibt gleich?

Nicht alle Regeln haben sich geändert. Diese Voraussetzungen gelten weiterhin:

  • Du musst deinen Lebensunterhalt selbst sichern. Das heißt: Du bezahlst Miete und Rechnungen ohne Bürgergeld.
  • Du brauchst ausreichende Deutschkenntnisse, meistens Niveau B1.
  • Du musst den Einbürgerungstest bestehen.
  • Du musst dich zum Grundgesetz bekennen.

Das Grundgesetz ist die Basis des deutschen Staates. Artikel 1 garantiert ein wichtiges Grundrecht: die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Dieses Recht gilt für jeden Menschen in Deutschland.

Warum ist die Sozialversicherung wichtig?

Wenn du deinen Lebensunterhalt sicherst, arbeitest du meistens fest angestellt. In Deutschland sind die meisten Erwerbstätigen bei einer Firma oder Behörde beschäftigt. Von deinem Gehalt gehen automatisch Sozialabgaben ab.

Der deutsche Staat finanziert die Sozialversicherung genau mit diesen Sozialabgaben. Sie kommen von dir und deinem Arbeitgeber.

Die Sozialversicherung hat mehrere Teile. Ein Beispiel ist die Pflegeversicherung. Sie zahlt für Menschen, die im Alter oder bei Krankheit Pflege brauchen.

Ein weiterer wichtiger Teil ist die Krankenversicherung. Sie ist eine zentrale Maßnahme für soziale Sicherheit in Deutschland. Sie übernimmt Kosten für Arztbesuche und Medikamente.

Wenn du eingebürgert wirst, bleibst du Teil dieses Systems. Du zahlst ein und bist gleichzeitig geschützt.

Ein Beispiel aus der Praxis

Fatima kommt aus Marokko. Sie lebt seit 5 Jahren in Deutschland. Sie spricht Deutsch auf Niveau B1 und arbeitet fest bei einer Firma.

Vor Juni 2024 hätte sie 8 Jahre warten müssen. Zusätzlich hätte sie ihren marokkanischen Pass abgeben müssen.

Nach der Reform sieht es anders aus. Fatima kann sich schon nach 5 Jahren einbürgern lassen. Sie behält ihren marokkanischen Pass. Am Ende hat sie zwei Pässe: einen deutschen und einen marokkanischen.

Vorher und nachher im Überblick

Thema Vor Juni 2024 Seit Juni 2024
Mehrstaatigkeit Meist verboten Meist erlaubt
Wartezeit für Einbürgerung 8 Jahre 5 Jahre (3 Jahre bei besonderer Integration)
Kinder in Deutschland geboren Eltern brauchen 8 Jahre Aufenthalt Eltern brauchen 5 Jahre Aufenthalt

Häufige Fragen

Muss ich meinen alten Pass abgeben? Nein. Seit Juni 2024 ist das in den meisten Fällen nicht mehr nötig.

Gilt die neue Regel für alle Herkunftsländer? Ja. Die Reform unterscheidet nicht mehr zwischen EU-Ländern und anderen Ländern.

Was gilt für Anträge von vor 2024? Frag am besten direkt bei deiner Einbürgerungsbehörde nach. Jeder Fall ist unterschiedlich.

Bereit für den Einbürgerungstest?

Auch im Einbürgerungstest tauchen Themen aus diesem Artikel auf. Zum Beispiel:

  • Frage 18: Welches Grundrecht ist in Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland garantiert?
  • Frage 23: In Deutschland sind die meisten Erwerbstätigen …
  • Frage 35: Womit finanziert der deutsche Staat die Sozialversicherung?
  • Frage 36: Welche Maßnahme schafft in Deutschland soziale Sicherheit?
  • Frage 45: Zu welcher Versicherung gehört die Pflegeversicherung?

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Dieser Artikel ist Information, keine Rechtsberatung.

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Dieser Artikel ist Information und keine Rechtsberatung. Bei rechtlichen Einzelfragen einen Anwalt fragen.